Unser Anspruch an das Fokusthema Kreislaufwirtschaft & Abfall
Bei Fresenius richten wir unser Augenmerk darauf, Abfälle zu reduzieren und Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in der Produktgestaltung sowie bei Verpackungslösungen mitzudenken.1
Beim Thema Ressourcenschonung müssen wir stets auf die Balance zwischen Ressourceneffizienz und Hygieneanforderungen achten. In Krankenhäusern kommen aus hygienischen Gründen oft Einwegartikel zum Einsatz. Hier sind unsere Möglichkeiten, Ressourcen einzusparen, begrenzt. Auch für Medikamentenverpackungen gibt es strenge Vorschriften, die uns dies erschweren. Ein wichtiger Hebel, um Ressourcen zu schonen, ist daher: möglichst langlebige Produkte entwickeln, Ressourcen – wo möglich – wiederverwenden und Abfälle systematisch entsorgen.
Produktion von Infusionsbeuteln: Recycling von Produktionsresten
Die Herstellung von Infusionsbeuteln erfolgt bei Fresenius Kabi unter strengen Qualitätsvorgaben. Beim Zuschneiden der verwendeten Primärfolie fallen Randabschnitte als Produktionsreste an, die bisher entsorgt werden. Nach eigenen Berechnungen von Fresenius Kabi entstehen am Standort Friedberg allein durch diese Randabschnitte bislang täglich rund 800 kg Produktionsreste.
Beschäftigte von Fresenius Kabi haben eine Idee entwickelt, wie diese Reste zukünftig recycelt werden können: Die zerkleinerte Folie soll geschmolzen und anschließend zu neuen Folienhülsen verarbeitet werden. Diese Hülsen werden in der Produktion ohnehin benötigt: Folie wird darauf aufgewickelt, bevor alles zusammen in den Anlagen zur Herstellung von Infusionsbeuteln eingesetzt wird. Bisher müssen die Folienhülsen extern zugekauft werden.
Die Umsetzung der Idee befindet sich in Planung.
Ressourcenströme verstehen und steuern
Damit wir Rohstoffe möglichst effizient nutzen können, müssen wir unsere Ressourcenzuflüsse genau im Blick haben: also alle Rohstoffe und Materialien, die wir beschaffen und nutzen. Gleichzeitig bergen Ressourcenabflüsse in Form von Abfällen ein großes Potenzial an wertvollen Ressourcen.
In unserer Produktion spielen Arzneistoffe (aktive pharmazeutische Inhaltsstoffe: active pharmaceutical ingredients – API) eine zentrale Rolle, gefolgt von Kunststoffteilen und Verpackungen. In unseren Gesundheitseinrichtungen sind Verbrauchsmaterialien für die Pflege und medizinische Behandlung unverzichtbar.
Knie- und Hüft-OPs: Einmalverpackungen im OP reduzieren
Rund 30.000 t Abfall fallen jährlich bei Helios in Deutschland an. Ein signifikanter Anteil entsteht etwa durch die Verpackungen der OP-Materialien. Ein Projekt des Krefelder Ortho-Campus hilft, den Verpackungsabfall bei Knie- und Hüftoperationen zu reduzieren: Die für diese Eingriffe benötigten OP-Materialien werden gebündelt und fertig konfektioniert in standardisierten, hygienisch verpackten Paketen, sogenannten Medikalsets, angeliefert. So wird im Vergleich zu einzelverpackten Materialien nicht nur Verpackungsabfall eingespart, sondern auch Zeit, die das OP-Team zum Öffnen und Entsorgen der Verpackungen und zur Vorbereitung jeder einzelnen OP benötigt. Die interne Auswertung von jährlich rund 2.000 Hüft- und Knieoperationen am Ortho-Campus zeigt: Die Medikalsets können den bei diesen Eingriffen anfallenden Abfall, der durch die Verpackungen der OP-Materialien entsteht, um rund 80 %2 reduzieren.
Die Einzelverpackungen der Verbrauchsartikel für die jährlich rund 30.000 Hüft- und Knieoperationen bei Helios verursachen derzeit noch etwa 7 t Abfall in allen rund 70 orthopädischen Abteilungen. Das entspricht etwa 3.000 gelben Säcken. Mit den neuen, maßgeschneiderten Sets werden bei flächendeckender Einführung nach unseren Berechnungen nur noch rund 1,4 t Abfall für Verbrauchsartikel-Verpackungen anfallen. Zukünftig sollen die Medikalsets bei allen Hüft- und Knieoperationen zur Anwendung kommen.
Abfälle: Sicherheit und Hygiene im Fokus
Ein systematisches Abfallmanagement soll eine effiziente Ressourcennutzung ermöglichen und Umweltbelastungen reduzieren. Entsprechende Vorschriften variieren jedoch teilweise nach Kommune, Land und Operating Company. Unser Abfallmanagement passen wir daher je nach Geschäftstätigkeit und Standort an.
Klinikabfall: Klare Kennzeichnung soll Entsorgung erleichtern
In den Helios Kliniken in Deutschland trägt das 2024 neu gestaltete Farb- und Behälterkonzept zur leichteren Zuordnung von Abfällen wie Arzneimitteln oder infektiösem Abfall bei. Begleitet von einer Aufklärungskampagne und einem internationalen Leitfaden in sechs Sprachen soll das Konzept Fehlabwürfe reduzieren und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die richtige Entsorgung erleichtern.


Die unterschiedlichen Abfallarten werden bildlich und in mehreren Sprachen ausgewiesen, um eine verbesserte Abfalltrennung zu fördern. Infektiöse und andere gefährliche Abfälle in Kliniken erfordern die Einhaltung besonderer Vorschriften bei der Entsorgung. Recycelbare Abfälle können bei korrekter Sammlung wiederverwertet werden.
Geschlossener Filtrationskreislauf für flüssige OP-Abfälle
Chirurgische Eingriffe erfordern höchste Präzision und Sicherheit, verursachen jedoch auch erhebliche Mengen an Abfall, der sorgfältig behandelt und entsorgt werden muss. Bislang werden große Flüssigkeitsvolumina in schweren Einwegbehältern gesammelt und anschließend verbrannt.
Quirónsalud hat für diese Eingriffe ein geschlossenes Filtrationssystem getestet. Es soll die herkömmlichen Behälter ersetzen, indem es die Flüssigkeiten direkt filtert. Damit kann die gereinigte Flüssigkeit in das reguläre Abwassersystem eingeleitet werden. Übrig bleibt lediglich der Filter selbst als Abfall.
Ein zusätzlicher Vorteil: Da keine vollen Behälter mehr ausgetauscht werden müssen, sinkt das Risiko von gefährlichen Spritzern oder Verschüttungen im Operationssaal deutlich.
Die Auswertung des Pilotprojekts soll im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen werden.
Die Abfälle in unseren Gesundheitseinrichtungen und in der Produktion durchlaufen je nach Art verschiedene Beseitigungs- und Verwertungswege.
Beseitigungs- und Verwertungswege
1 Über Konzepte, Maßnahmen und aktuelle Fortschritte zum Thema Ressourcennutzung berichtet Fresenius im geprüften Nachhaltigkeitsbericht 2025.
2 In einer Standard-OP fallen durch die Medikalsets 80 % weniger Abfälle durch die Reduzierung der Umverpackung an. Je nach OP-Verlauf können aber auch einmal zusätzliche Materialien benötigt werden.