Unser Anspruch an das Fokusthema Wasser
Wir legen besonderen Wert auf den Erhalt der Wasserqualität. Speziell in Gebieten mit Wasserstress wollen wir die Wasserentnahme reduzieren.1
Wasserbedarf in Kliniken und bei der Herstellung pharmazeutischer Produkte
Im Krankenhausbetrieb ist eine ausreichende Versorgung mit Frischwasser wichtig, um hohe Hygienestandards zu erfüllen und damit Patientensicherheit sicherzustellen. Aus diesem Grund sind die Einsparmöglichkeiten hier begrenzt. Wasser ist auch ein wichtiger Bestandteil einiger pharmazeutischer Produkte, etwa von Infusionslösungen. Hierfür gelten noch höhere Anforderungen an die Wasserqualität als für Trinkwasser. Diesen Einsatz können wir nicht reduzieren. Ein wichtiger Hebel zum Wassersparen liegt für Fresenius daher in den Prozessen zur Herstellung der Produkte, z. B. zur Kühlung oder Sterilisation.
Unser Ziel zur Wasserreduktion in Produktionsprozessen
2025 hat Fresenius Kabi in Gebieten mit Wasserstress rund 2,6 % weniger Wasser gegenüber dem Basisjahr entnommen. Damit sind wir auf einem guten Weg, um unser Ziel bis 2030 zu erreichen.
Tobias Listmann
Director Global Water & Project Management bei Fresenius Kabi
„Fresenius Kabi steckt mitten in der Umsetzung des Reduktionsziels. 2025 wurden z. B. herkömmliche Vakuumpumpen durch Modelle ausgetauscht, die entweder kein Wasser benötigen oder das eingesetzte Wasser in einem Kreislaufsystem halten. Außerdem wollen wir bis Ende des Jahres 2026 an ausgewählten Produktionsstandorten die relevanten Wasserströme genau erfassen, und zwar mithilfe von sogenannten Wasserlandkarten. So können wir erkennen, wo sich Wasser einsparen oder wiederverwenden lässt.“
Standort in Frankreich: Wärmepumpen statt Wasser
Der Produktionsstandort im französischen Louviers setzt bisher u. a. Flusswasser ein, um seine Anlagen zu kühlen. Ab 2026 stellt Fresenius Kabi das System dort grundlegend um. Durch den Einsatz von Wärmepumpen soll der Einsatz von Fluss- und Grundwasser für die Kühlung reduziert werden. Die Wärmepumpen nehmen die Abwärme aus den Herstellungsprozessen auf und speisen sie in das städtische Wärmenetz ein. So kann die Abwärme sinnvoll genutzt werden. Gleichzeitig benötigt das Werk weniger Wasser zum Kühlen. Nach eigenen Berechnungen kann der Standort dadurch künftig rund 160.000 m3 Wasser pro Jahr einsparen.
Highlight Story
Resistente Erreger: Vorbeugung bei der Antibiotikaproduktion und in Kliniken
Zur Highlight Story
Arzneimittelproduktion: Umgang mit Antibiotika im Abwasser
Antibiotika können über Abwässer in die Natur gelangen und dort antibiotikaresistente Bakterien entstehen lassen. Welche Maßnahmen wir in der Produktion und im Krankenhausbetrieb ergreifen, um das Risiko antimikrobieller Resistenzen zu reduzieren, erfahren Sie in der Highlight Story: Resistente Erreger: Vorbeugung bei der Antibiotikaproduktion und in Kliniken.
Wasser im Klinikalltag: zwischen Hygiene und Versorgungssicherheit
Leticia Moral
Infrastructure, High Technology Equipment, Maintenance, Electromedicine & Sustainability Director bei Quirónsalud
„Auch wenn das Einsparpotenzial in Krankenhäusern begrenzt ist, prüfen wir bei Quirónsalud verschiedene Möglichkeiten, Wasser effizienter zu nutzen. So haben wir beispielsweise eine Arbeitsgruppe zur Wasseroptimierung eingerichtet. Der erste Schritt besteht darin, unseren Wasserverbrauch genau zu verstehen. Daher stärken wir unsere Überwachungssysteme und installieren zusätzliche Messpunkte, um detaillierte Verbrauchsmuster zu erfassen. Zudem prüfen wir Lösungen, um den Wasserverbrauch in Sterilisationsprozessen sowie in öffentlichen Sanitärräumen zu reduzieren.“
Krankenhäuser als Wächter der Wasserqualität
In den Gesundheitseinrichtungen überwacht Fresenius die Wasserqualität kontinuierlich. So können Verkeimungen und Abweichungen in der Trinkwasserqualität erkannt werden. In einigen deutschen Kommunen dienen Helios Kliniken als lokale Prüfzentren für die Trinkwasserqualität: Die Krankenhäuser kommunizieren mit den Behörden und informieren sie, wenn kritische Abweichungen von der Trinkwassernorm festgestellt werden. Dadurch trägt Fresenius Helios nicht nur zum Schutz von Patientinnen und Patienten, sondern auch der umliegenden Bevölkerung bei.
Wasserreserven für den Ernstfall
Alle Krankenhäuser verfügen über Notfallpläne, um die Gesundheitsversorgung der Patientinnen und Patienten auch bei Wasserengpässen sicherstellen zu können. In Deutschland kommen bei Verschmutzungen z. B. zusätzliche Module zur Wasseraufbereitung zum Einsatz. In den meisten spanischen Kliniken sind spezielle Rohrsysteme mit Wasservorräten darauf ausgelegt, die Versorgung bei einem Trinkwasserausfall kurzzeitig zu überbrücken.
1 Gemäß dem World Resources Institute misst Wasserstress das Verhältnis der gesamten Wassernachfrage zu den verfügbaren erneuerbaren Oberflächen- und Grundwasserressourcen in einem bestimmten Gebiet. Zur Wassernachfrage zählen die Nutzung durch Haushalte, Industrie, Bewässerung und Viehzucht. Die verfügbaren erneuerbaren Wasserressourcen berücksichtigen auch die Auswirkungen des Wasserverbrauchs flussaufwärts sowie die Einflüsse großer Staudämme auf die Wasserverfügbarkeit flussabwärts. Höhere Werte weisen auf stärkere Konkurrenz zwischen den Wasserverbrauchern hin. Über unser Reduktionsziel, geplante Maßnahmen zur Erreichung und aktuelle Fortschritte berichten wir ausführlich im geprüften Nachhaltigkeitsbericht 2025.
