Sustainability Highlights Magazin 2025

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HeSaMeDa: Daten sicher nutzen für eine bessere Versorgung

Diagnostische und therapeutische Informationen, Untersuchungsproben aus dem Labor sowie weitere Behandlungsdaten: Krankenhäuser sitzen auf einem großen Datenschatz. Auswertungen dieser Daten können helfen, Zusammenhänge zwischen Therapieverfahren und Behandlungsergebnissen besser zu verstehen, Muster zu erkennen und innovative Behandlungsverfahren zu entwickeln. Außerdem lassen sich Prozesse analysieren und gezielt optimieren. So kann die Analyse der Daten einerseits zur Qualitätssicherung in der Patientenversorgung beitragen und andererseits genutzt werden, um wissenschaftliche Fragestellungen zu beantworten.

Bei Fresenius Helios in Deutschland verfolgen wir den Ansatz, die Behandlungsqualität mithilfe von Datenanalysen zu verbessern und so zum „Prinzip Helios“ beizutragen.

Medizinische Daten als Teil des Prinzips Helios
  • Datenanalysen können eine bessere Medizin ermöglichen

  • Behandlungsqualität kann durch Daten nachvollziehbar und verbessert werden

  • Prozesse können anhand der Daten analysiert und optimiert werden

Medizinische Daten als Teil des Prinzips Helios (Infografik)

Mehr Informationen zum Prinzip Helios finden Sie hier.

Helios Safe Medical Data

Das Problem: Oft sind die Daten nicht einheitlich strukturiert, da viele verschiedene IT-Systeme im Einsatz sind. Die HeSaMeDa-Plattform (Helios Safe Medical Data) kann helfen, indem sie unterschiedliche Daten aus den Helios Kliniken standardisiert. HeSaMeDa verarbeitet medizinische Daten ausschließlich pseudonymisiert, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sind.

Die zentralen Erkenntnisse aus dem Aufbau der Plattform fasst eine wissenschaftliche Studie zusammen.

Zentrale Erkenntnisse im Überblick:

  • Agilität schlägt Perfektion: Da Krankenhäuser unterschiedliche IT-Systeme nutzen, hat sich ein flexibler, schrittweiser Ansatz zur Standardisierung der Daten eher bewährt als eine sofortige Komplettlösung.

  • „Raw Data First“-Ansatz: Um Informationsverluste durch fehlerhafte Zuordnungen oder zu frühe Standardisierung zu vermeiden, werden Daten zunächst unverändert im Rohformat gespeichert und erst später aufbereitet und vereinheitlicht.

  • Automatisierung ist essenziell: In Forschungsbereichen mit häufig wechselnden Beschäftigten sind automatisierte Abläufe und versionierter Code – also Software, deren Änderungen nachvollziehbar dokumentiert sind – entscheidend, um zuverlässig arbeiten zu können.

  • Interoperabilität: Die Überführung von Daten in einen gemeinsamen Standard bleibt komplex, da bei der Vereinheitlichung wichtige Detailinformationen verloren gehen können.

Einwilligung und Datenschutz im Mittelpunkt

Für Patientinnen und Patienten gibt es zwei Stufen der Einwilligung: Einerseits können sie wählen, ob sie ihre Daten für Forschungszwecke freigeben. Darüber hinaus können sie erlauben, später für Studien kontaktiert zu werden. Alle Daten werden ausschließlich von Fresenius Helios verarbeitet.

Die Nutzung ist streng geregelt; hohe IT- und Datenschutzstandards schützen die sensiblen Informationen, u. a. im Einklang mit den deutschen Leitlinien der Guten Praxis Sekundärdatenanalyse (GPS). Ein übergeordnetes Gremium von Fresenius Helios entscheidet, wer die Daten zu welchem Zweck verwenden darf. Jeder Zugriff auf die Plattform ist dokumentiert und nachvollziehbar.

Datenanalysen und -technologien können wissenschaftliche Projekte wie auch die interne Qualitätssicherung unterstützen und zu einer effizienten und patientenindividuellen Behandlung nach anerkannten medizinischen Standards beitragen.

„Wir haben gezeigt, dass HeSaMeDa den klinischen Alltag unmittelbar verbessern kann. Ob wir durch das Erkennen redundanter Diagnostik unnötige Blutabnahmen reduzieren oder durch die zeitnahe Analyse von Komplikationen bei Herstellerwechseln zur Patientensicherheit beitragen: Diese Plattform ist das Werkzeug, mit dem wir medizinische Evidenz und operative Exzellenz gezielt weiterentwickeln wollen.“
Sebastian Ortleb, Porträt (foto)
„Ein Beispiel aus der Praxis ist der Nutzen von Robotik bei Operationen. Wir haben Daten aus dem Jahr 2025 ausgewertet. Sie zeigen, wie sich die Qualität der Versorgung durch diese minimalinvasiven Eingriffe verbessern kann: Kleinere Schnitte und präzisere Bewegungen haben im Vergleich zu konventionellen Operationen in der Vergangenheit z. B. zu kürzeren Liegezeiten und weniger Schmerzen geführt. Gleichzeitig haben die Datenanalysen geholfen, Abläufe im OP effizienter zu gestalten und Kosten transparent zu machen. Der Fall zeigt: Mit HeSaMeDa lassen sich Standards setzen, Risiken besser einschätzen und Investitionen gezielt planen.“
Prof. Dr. Jörg Pölitz, Porträt (foto)